Die DGMP verleiht die Glocker-Medaille 2026 an Prof. Dr. Katia Parodi. Mit ihrer höchsten Auszeichnung würdigt die Fachgesellschaft langjährige Verdienste um das Fachgebiet der Medizinischen Physik in Wissenschaft und Praxis. Nach der Promotion an der TU Dresden, einem Forschungsaufenthalt am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston und wissenschaftlich-klinischer Tätigkeit am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) wurde sie 2012 sie auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Medizinische Physik an der Fakultät für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen. Dort etablierte sie im Masterstudiengang Physik eine eigene Spezialisierung für Medizinische Physik. Schwerpunkte ihrer Forschung sind die bildgeführte Hochpräzisions-Strahlentherapie mit Protonen und schweren Ionen sowie neue Strahlquellen, bildgebende Verfahren und Detektortechnologien zur Verbesserung der Krebstherapie. Für ihre Arbeiten erhielt sie einen ERC Consolidator Grant; die American Association of Physicists in Medicine (AAPM) ernannte sie 2024 zum Fellow. Sie hat mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und ist seit 2021 Editor-in-Chief der Fachzeitschrift Physics in Medicine and Biology. Von 2017 bis 2018 war sie Präsidentin der DGMP und gehörte dessen Vorstand von 2015-2020 an. 2024 war sie Kongresspräsidentin der Dreiländertagung der Medizinischen Physik, die in München erstmals gemeinsam mit dem von der European Federation of Organisations For Medical Physics (EFOMP) organisierten European Congress of Medical Physics (ECMP) stattfand.
Die DGMP verlieh Prof. Dr. rer. nat. Michael Laßmann und Dr. Jürgen Westhof die Ehrenmitgliedschaft und würdigte damit ihre langjährigen Verdienste um die Medizinische Physik. Michael Laßmann leitete von 1994 bis 2025 die Medizinphysik der Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Würzburg und war von 2013 bis 2022 Professor für Medizinphysik. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der quantitativen Bildgebung, Dosimetrie und im Strahlenschutz. Zudem engagierte er sich in führenden Funktionen der European Association of Nuclear Medicine. Jürgen Westhof war von 1993 bis 2024 in hessischen Landesbehörden im Röntgenstrahlenschutz tätig. Er leitete zwei Jahrzehnte die zuständige länderübergreifende Arbeitsgruppe und wirkte maßgeblich an Richtlinien zur Qualitätssicherung und zu Sachverständigenprüfungen mit. Er gehört zu den führenden Experten im Bereich des Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik.
Den Wissenschaftspreis erhielt Dr. Andreas Schmidt. Er ist Experte für hyperpolarisierte und metabolische Magnetresonanz mit besonderem Schwerpunkt auf der direkten, quantitativen Erfassung biologischer und metabolischer Prozesse. Seine Forschung hat wesentlich dazu beigetragen, parawasserstoffbasierte Hyperpolarisationsverfahren zu einer praktikablen Technologie für präklinische metabolische MR-Bildgebung und spektroskopische Zellanalytik weiterzuentwickeln. Damit eröffnet er neue Perspektiven für metabolische Biomarker, Therapiestratifizierung, personalisierte Medizin und eine breitere translationale Nutzung funktioneller MR-Verfahren.
Der Expertenpreis ging an Dr. Michael Lotter. Er prägt die Medizinische Physik an der Strahlenklinik Erlangen seit Jahrzehnten mit besonderem Schwerpunkt auf der Brachytherapie. Sein Wirken umfasst die Patientenversorgung, Qualitätssicherung, Dosimetrie, den Strahlenschutz und die Mitwirkung bei der Einführung neuer Behandlungsverfahren. Michael Lotter war am Standort beim Aufbau einer der größten Brachytherapien Deutschlands und deren kontinuierlicher Weiterentwicklung beteiligt. Neben der Tätigkeit in der Patientenversorgung ist er federführend für das Fehlermanagement an der Strahlenklinik Erlangen verantwortlich und wirkt bei QM- und Risikomanagementprozessen mit. Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren in der Aus- und Weiterbildung von MPE und in der Vermittlung seines Fachwissens innerhalb der Klinik und gegenüber der Öffentlichkeit.
Nicolas Mühlschlegel erhielt den Dietrich-Harder-Masterarbeitspreis für die Arbeit „Advanced motion prediction for MRgRT with Long-Short Term Memory Networks for STAR Treatments of Ventricular Tachycardia“.
Mit dem Wolfgang-Schlegel-Stipendium unterstützte die DGMP 2026 Dr. Dennis Scheidt und Dr. Du Tianxue bei externen Aufenthalten zur Umsetzung von Forschungsvorhaben bzw. zur Implementierung von neuen Methoden in der Klinik. Alle drei haben die Ergebnisse ihrer Forschungs- und Hospitationsvorhaben bei der Jahrestagung präsentiert.
1. Preis: Ines Simone Butz für ihre Arbeit „Improving Relative Stopping power Calibration in X-ray Treatment Planning CT Using Sparse Proton Radiography“
2. Preis: Christian Kühnel für seine Arbeit „Transarterial Radiembolization“
Young Investigator Award (gefördert von Siemens Healthineers): Nilufar N. Estiry für den Vortrag „Phantom-basierte Protokolloptimierung und Vergleich von Photon-Counting CT und energieintegrierender CT in der pädiatrischen Abdomenbildgebung“.
Autorenpreis der Zeitschrift für Medizinische Physik (gestiftet von Elsevier): Maikol Salas-Ramirez, Lydia Maigne, Giovanna Fois, Harry Scherthan, Michael Lassmann und Uta Eberlein für den Artikel: „Radiation-induced double-strand breaks by internal ex vivo irradiation of lymphocytes: Validation of a Monte Carlo simulation model using GATE and Geant4-DNA".
Posterpreis auf dem Gebiet der Dosimetrie (gefördert von PTW-Freiburg): Anna Becker für das Poster „Neutronenexposition unter Bragg-Peak FLASH: Monte-Carlo-Studie einer pädiatrischen Kopfbestrahlung“
Posterpreis auf dem Gebiet der Strahlentherapie (gefördert von Elekta): Laura Scholl für das Poster „In-vivo Bestrahlungsüberwachung in der Kohlenstoffionentherapie mittels Spurmessung von geladenen nuklearen Fragmenten: Untersuchung oberflächlicher anatomischer Veränderungen“
Die DGMP gratuliert allen Geehrten, Preisträger:innen und Stipendiat:innen herzlich zu ihren Auszeichnungen und wünscht ihnen weiterhin viel Erfolg für ihre Arbeit in der Medizinischen Physik.