In seiner wissenschaftlichen Arbeit konzentrierte sich Professor Streffer auf die Erforschung von Strahlenwirkungen und -risiken sowie auf die experimentellen Grundlagen der Strahlentherapie, was sich in über 500 Publikationen niederschlug. Er engagierte sich zudem stark an der Schnittstelle von Wissenschaft und Ethik, gründete 1999 das Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) und koordinierte die Indisch-Deutsche Zusammenarbeit. Seine Leidenschaft für die Wissenschaft blieb bis ins hohe Alter bestehen, was sich in weltweiten Kontakten und der Organisation eines großen Symposiums im Oktober 2024 zeigte.
Auch als wissenschaftlicher Berater war seine Expertise national wie international gefragt. So leitete er zeitweise die deutsche Strahlenschutzkommission, führte die deutsche Delegation beim UN-Komitee UNSCEAR an und wirkte in der Hauptkommission der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP). Zudem war er Präsident der European Society for Radiation Biology.
Für seine herausragenden Verdienste und sein großes Renommee wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, die Röntgenplakette, die Marie-Sklodowska-Curie-Medaille sowie der internationale Sievert Award. Neben einer Ehrendoktorwürde der Universität Kyoto übernahm er vielfältige gesellschaftliche Aufgaben in Stiftungen und im regionalen Gesundheitswesen. In der DGMP wirkte er untere anderem bei der ersten Ausgabe des DGMP-Berichts zur pränatalen Strahlenexposition mit.
Die DGMP trauert um Christian Streffer, der mit seinem großartigen Engagement die Strahlenbiologie in Deutschland stark prägte.